Saturday, April 28, 2007

Jamilas Geburt:

Dies ist der letzte Post in diesem Blogg, da ich für Jamila einen neuen Blogg unter www.jamilalucia.blogspot.com angelegt habe.

Ich weiss gar nicht so genau wo ich anfangen soll, da ich keinen Zeitpunkt hatte zu dem ich festgestellt hatte “Jetzt geht es los!”

An Jamilas Geburtstag bin ich morgens zu meinem normalen wöchentlichen Checkup bei der FÄ gegangen. Danach hatte ich geplant zum Yoga zu gehen und mir den Tag schön vollgestopft, weil ich keine Lust hatte mich zu fragen, wann die Kleine denn wohl kommt. Jedenfalls bin ich dann um 9.30 Uhr zum Termin und Chris habe ich dort getroffen, weil er ja von der Arbeit direkt dorthin geht. Als wir uns im Wartezimmer unterhielten meinte ich zu ihm.. „Also ich laufe heute wie eine Oma – fühle mich wie eingerostet!“

Beim Termin gab es dann erst mal einen US und wir konnten die Kleine sehen. Die FÄ meinte dann, dass das wohl der letzte US sei und sie mich nun mal untersuchen würde... ausserdem hätte ich ja Wehen!!! Wie jetzt?? Klar, mein Bauch ist öfters mal hart geworden, aber Wehen!? Müssen die nicht weh tun??

Bei ihrer Untersuchung hat sie dann festgestellt, dass der Muttermund schon 3cm geöffnet ist und am Wehenschreiber hat sie mir dann gezeigt, dass ich Wehen habe... Sie hat gesagt: „You will give birth to your baby today!“

Sie hat mich darauf hin für 14 Uhr ins Adventist Hospital eingecheckt und Chris und ich waren erst mal total geplättet. Dann musste Chris zurück zur Arbeit um noch einige Termine abzusagen und ich bin dann nach Hause und habe die KH-Tasche vervollständigt...

Ich war aber so geschockt, dass ich dann wirklich heute die Kleine bekomme, dass ich irgendwie nur blöde Sachen eingepackt habe. Wenigstens bin ich noch zum Supermarkt und habe Proviant für die Geburt gekauft. Als würde ich während dessen verhungern. ;o)

Dann haben wir noch ein letztes Bauchfoto 8h vor der Geburt gemacht:


Chris kam dann nach Hause und weil ich irgendwie getrödelt hatte sind wir dann erst 14.30 Uhr im KH gewesen. Ich hatte noch immer keine Schmerzen!! Daher hat es mich auch nicht gewundert, dass die mich beim einchecken 3 Mal gefragt haben ob das ein geplanter Kaiserschnitt sei!! Ich darauf dann immer: „No, it’s a normal delivery!“ Gegen 15.10 Uhr waren wir dann – noch immer ohne Schmerzen – im Kreissaal. Die Hebamme meinte dann zu mir dass der Anästhesist für die PDA schon da gewesen sei. PDA? Ich habe daraufhin klar gemacht, dass ich keine will. Wozu denn auch eine PDA und dann musste ich mich erst mal bei der Hebamme aufregen, dass ich gar nicht weiß warum ich da bin. Die hat mich dann wieder mit dem Wehenschreiber überzeugt.

Bevor ich eine PDA bekam wollte ich dann aber unbedingt meine FÄ sprechen. Die war dabei nebenan zufällig bei einer Bekannten zu entbinden. Was für ein Zufall, wir wussten bis dahin nicht einmal, dass wir die gleiche FÄ haben.

Meine FÄ meinte dann, selbst wenn ich jetzt noch keine Schmerzen hätte wäre es besser jetzt die PDA zu legen, weil ich mich unter den Wehen zusammenziehen würde und es dann schwer wäre eine zu legen. Ich habe mich dann überzeugen lassen und die PDA bekommen. Zunächst hatte ich befürchtet, dass das sehr unangenehm sein würde, das war es aber gar nicht.

Dann hat meine FÄ die Fruchtblase gesprengt. Sie meinte, dass das die Geburt beschleunigen würde. Danach ist sie dann in ihre Praxis zurück und sie hatte versprochen wieder da zu sein, sobald das Pressen beginnt.

Gegen 17 Uhr dann begann somit das Warten auf die großen Wehen.


17.30 Uhr haben wir dann erst mal Essen in den Kreissaal bestellt. Die Hebamme hat mich dann darauf hingewiesen, dass ich nicht so viel essen solle, weil ich mich sonst später übergeben würde. Der Rat war im Nachhinein gar nicht mehr nötig, denn als das Essen um 18.30 Uhr geliefert wurde hatte solche Schmerzen in der rechten Leistengegend, dass ich auch gar nichts mehr hätte essen können. Ich habe dann nach einer Dosis für die PDA gefragt. Bislang war das ja nur die Testdosis gewesen, die der Arzt mir gegeben hatte um zu checken ob die PDA wirkt.

Zu meinem entsetzen wurde dann festgestellt, dass die PDA nur auf der linken Seite wirkt. AUTSCH!!! Es war auch schon zu spät um sie neu zu legen. Das hatte zur Folge, dass ich auf der linken Seite betäubt war und keine Schmerzen hatte und auf der rechten Seite quasi ohne Betäubung vor Schmerzen hätte austicken können. Im Nachhinein würde ich nun sagen: „Eine Geburt geht nur mit PDA!“ Ich würde die immer wieder legen lassen. Der Vergleich war echt krass. Ich bin so froh, dass ich zumindest halbseitig keine Schmerzen hatte.

Um 20 Uhr war dann der Muttermund voll geöffnet und das Baby ins Becken gerutscht. Die Hebammen hatten meine FÄ verständigt, dass sie zur Geburt vorbeischauen soll.

Jetzt wurde alles im Kreissaal umgebaut und alles mit grünen Tüchern abgedeckt... Die Vorbereitung aufs große Finale. Dann endlich um 20.15 Uhr war meine FÄ da. Sie hat sofort alle Leute –Hebammen und den Chris- positioniert und Anweisungen gegeben. Wie immer super taff und ohne Zweifel aufkommen zu lassen.

BOR ich war so froh, dass ich endlich pressen durfte!!! Das kann sich kein Mensch vorstellen. Ich war so konzentriert, dass mir nichts mehr weh tat. Chris musste immer zählen... von 1-12, dann Pause zum Luftholen und wieder 1-12... das drei Mal pro Wehe!!

Das Pressen war echt OK! Endlich passierte was, ich konnte fühlen wie die Kleine langsam tiefer rutschte. Dann war auf mal der Zeitpunkt wo die Kleine den Kopf rausdrückt. Das war noch mal sehr schmerzhaft, aber mit einem letzten PUSH war die Kleine draußen!!!

21.13 Uhr

Sofort wurde mir die schmierige kleine Maus auf den Bauch gelegt und das erste was ich dachte war: „Oh, die ist ja blond!“ Das Zweite war: „Definitiv meine Hände und Füße!“ ;o))

Chris hat dann die Nabelschnur durchtrennt, die Kleine wurde vermessen, gewogen und gebadet und kam dann zurück zu mir.

Selbst am nächsten Tag konnte ich noch gar nicht glauben, dass wir wirklich nun zu Dritt sind. Ich habe mich noch mehrfach ertappt, wie ich meinen nun wieder unbewohnten Bauch gestreichelt habe.

Nach ca. 3 Tagen wusste ich, dass ich mich total in unser Minimäuschen verliebt habe. Sie hat uns beide total verzaubert und wir genießen jede Sekunde mit ihr.

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